Ort gelebter
Geschichte
Der Kirchensaal des Hotels Dietrich-Bonhoeffer-Haus, der Interessierten heute als repräsentativer Raum für Tagungen der Bereiche Religion, Soziales, Wissenschaft oder Kultur zur Verfügung steht, war Schauplatz bewegter Zeiten. Hier tagte 1989 der Zentrale Runde Tisch der DDR – Symbol einer friedlichen Demokratisierung. Noch heute erinnert eine Plakette an diese Tage, an denen Geschichte geschrieben und Zukunft gestaltet wurde.
Am 7. Dezember 1989 beherbergte unser Haus die ersten drei Sitzungen des Zentralen Runden Tisches der DDR. Wenig später, ab dem 27. Dezember, wurden die Sitzungen aus Platzgründen in das Schloss Schönhausen verlagert.
Der Zentrale Runde Tisch war ein Koordinationsgremium, in dem Vertreterinnen und Vertreter der alteingesessenen Parteien mit Bürgerinitiativen und neuen Parteien den Übergang vom Ende des Ein-Parteien-Systems der SED zu den ersten freien und geheimen Wahlen in der DDR am 18. März moderierten. Obwohl er keine parlamentarische Funktion oder Regierungsaufgaben ausüben konnte, beeinflusste er als öffentliches Forum maßgeblich die Arbeit der Regierung Modrow.
Die kurz zuvor gegründeten Runden Tisch in Polen und Ungarn dienten dabei als Vorbild. In ihrer Funktionsweise ähnliche Runde Tische entstanden in der Folge in verschiedensten Bereichen des öffentlichen Lebens bis hinunter zur Kommunalebene. Gemeinsam war allen runden Tischen, dass sie Gremien der Zivilgesellschaft waren, also nicht von staatlichen Mächten einberufen wurden. Die Bezeichnung „Runder Tisch“ unterstrich symbolisch wie praktisch die Gleichstellung aller Beteiligten unterstrich – auch wenn gerade der Zentrale Runde Tisch meist an einem rechteckigen Tisch arbeitete.
In den drei Sitzungen des Zentralen Runden Tisches im Dietrich-Bonhoeffer-Haus behandelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und die Einigung der vertretenen Parteien über Details der weiteren Arbeitsweise des Zentralen Runden Tisches.
Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus wurde 1985/86 als Verwaltungsgebäude, Archiv und Tagungsort für den Bund der Evangelischen Kirche der DDR gebaut. Benannt wurde das Haus nach dem Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer. 1993 wurde das Haus von der Evangelischen Kirche zum Hotel und Tagungsort umgebaut und hat diese Funktion bis heute inne.
Architektur
mit Haltung
Die schlichte, funktionale Architektur des Hauses spiegelt den Geist der ostdeutschen Moderne: offen, ehrlich, zweckmäßig. Diese Ästhetik prägt das Gebäude bis heute und verleiht ihm seinen eigenen Kultstatus – ein Ort, der Vergangenheit bewahrt und zugleich Raum für neue Begegnungen bietet.
Tradition
und Gegenwart
Aus einem Ort der politischen Erneuerung wurde ein Haus für Menschen aus aller Welt. Heute empfängt das Dietrich-Bonhoeffer-Haus Gäste, Tagungen und Veranstaltungen – stets im Bewusstsein seiner Geschichte und mit dem Anspruch, Dialog und Demokratie lebendig zu halten.
Stationen
des Hauses
7. Dezember 1989
Erster Runder Tisch der DDR
2018
Modernisierung des Frühstücksrestaurants
2024
Optische Neugestaltung des Atriums mit einladendem warmen Interieur
2025
Foyer in zeitgemäßem Design